Erste Anzeichen für Brustkrebs bei Frauen: Früh erkennen und handeln
Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen weltweit. Die gute Nachricht ist: Wenn Brustkrebs frühzeitig erkannt wird, sind die Heilungschancen deutlich höher. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, die ersten Anzeichen zu kennen und bei Verdacht umgehend ärztlichen Rat einzuholen. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Symptome und gibt Ihnen wichtige Informationen an die Hand.
Die Vielfalt der ersten Anzeichen von Brustkrebs
Brustkrebs kann sich auf vielfältige Weise äußern. Nicht jedes dieser Anzeichen bedeutet automatisch Krebs, aber jede Veränderung sollte ernst genommen und von einem Arzt abgeklärt werden. Die häufigsten ersten Anzeichen umfassen:
- Ein neu aufgetretener Knoten oder eine Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle: Dies ist das bekannteste Symptom. Der Knoten kann schmerzlos oder schmerzhaft sein und sich hart oder weich anfühlen. Er kann sich auch anfühlen, als ob er fest mit dem umliegenden Gewebe verwurzelt ist.
- Veränderungen der Brusthaut: Dazu gehören Rötungen, Schwellungen, Einziehungen der Haut (ähnlich einer Orangenschale, medizinisch als Peau d'orange bezeichnet) oder eine allgemeine Verdickung der Haut.
- Veränderungen der Brustwarze: Dies kann eine Einziehung der Brustwarze (Retraktion), eine Verkrustung, ein Ekzem, Ausfluss (insbesondere blutiger Ausfluss) oder eine Rötung und Entzündung der Brustwarze (Morbus Paget) sein.
- Veränderungen der Brustform oder -größe: Eine Brust kann plötzlich größer oder kleiner als die andere erscheinen, oder es kann zu einer sichtbaren Verformung kommen.
- Anhaltende Schmerzen in der Brust oder Brustwarze: Obwohl Brustschmerzen oft gutartige Ursachen haben, können sie in seltenen Fällen auch ein Anzeichen für Brustkrebs sein, insbesondere wenn sie neu auftreten und anhalten.
Wichtige Hinweise zur Brustselbstuntersuchung
Die regelmäßige Brustselbstuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebsvorsorge. Sie hilft Ihnen, Ihre Brüste gut kennenzulernen und Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Führen Sie die Selbstuntersuchung am besten einmal im Monat durch, idealerweise einige Tage nach Ende Ihrer Menstruation, wenn Ihre Brüste nicht mehr so gespannt und empfindlich sind.
So führen Sie die Brustselbstuntersuchung durch:
- Im Stehen: Heben Sie einen Arm über den Kopf und untersuchen Sie die Brust mit der flachen Hand der anderen Hand in kreisenden Bewegungen. Achten Sie dabei auf Verhärtungen, Knoten oder andere Veränderungen. Wiederholen Sie dies für die andere Brust. Untersuchen Sie auch den Bereich unter den Armen.
- Im Liegen: Legen Sie sich flach auf den Rücken und legen Sie ein Kissen unter die Schulter der zu untersuchenden Seite. Legen Sie die Hand der gegenüberliegenden Seite hinter den Kopf und untersuchen Sie die Brust mit der flachen Hand in kreisenden Bewegungen. Achten Sie wieder auf alle Auffälligkeiten.
- Blick in den Spiegel: Stellen Sie sich vor einen Spiegel und betrachten Sie Ihre Brüste. Achten Sie auf sichtbare Veränderungen der Haut, der Brustwarzen oder der Brustform.
Denken Sie daran: Die Brustselbstuntersuchung ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder bildgebenden Verfahren wie die Mammographie. Sie ist jedoch eine wertvolle Ergänzung.
Wenn Sie ein Anzeichen bemerken: Was nun?
Wenn Sie eine der oben genannten Veränderungen an Ihren Brüsten feststellen, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Panik hilft nicht, aber schnelles Handeln schon. Vereinbaren Sie umgehend einen Termin bei Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin. Schildern Sie Ihre Beobachtungen genau. Der Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte veranlassen.
Diagnostische Verfahren bei Verdacht auf Brustkrebs
Die moderne Medizin verfügt über verschiedene Methoden zur Abklärung von Brustveränderungen:
- Klinische Brustuntersuchung: Der Arzt tastet Ihre Brüste und Achselhöhlen ab.
- Bildgebende Verfahren:
- Mammographie: Eine Röntgenuntersuchung der Brust, die besonders gut zur Früherkennung von Mikrokalk oder kleinen Tumoren geeignet ist.
- Ultraschall (Sonographie): Wird oft ergänzend zur Mammographie eingesetzt, um festzustellen, ob eine Veränderung flüssigkeitsgefüllt (zystisch) oder solide ist.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Wird in bestimmten Fällen, z.B. bei Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko oder bei unklaren Befunden, eingesetzt.
- Biopsie: Wenn bildgebende Verfahren einen Verdacht erhärten, wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht, um festzustellen, ob es sich um Krebszellen handelt.
Brustkrebsvorsorge: Der Schlüssel zur Prävention und Früherkennung
Neben der Selbstuntersuchung spielen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine entscheidende Rolle. Frauen ab einem bestimmten Alter (in Deutschland ab 50 Jahren) haben Anspruch auf ein Mammographie-Screening im Rahmen des gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. Informieren Sie sich bei Ihrem Frauenarzt über die für Sie empfohlenen Vorsorgemaßnahmen.
Darüber hinaus können auch allgemeine Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Rauchen und ein moderater Alkoholkonsum können das Brustkrebsrisiko beeinflussen. Erfahren Sie mehr über Risikofaktoren für Brustkrebs und was Sie präventiv tun können.
Fazit: Wissen und Handeln sind Ihre besten Verbündeten
Die ersten Anzeichen von Brustkrebs bei Frauen zu kennen, ist ein wichtiger Schritt zur eigenen Gesundheit. Seien Sie achtsam mit Ihrem Körper, führen Sie regelmäßige Selbstuntersuchungen durch und zögern Sie nicht, bei Verdacht ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Frühzeitige Erkennung und eine rechtzeitige Behandlung sind die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Genesung. Besuchen Sie auch unsere Startseite für weitere Informationen rund um das Thema Gesundheit.